
Durch die Reform des Lehramtsstudiums zum Wintersemester 2009/10 wird es der Universität Würzburg auch rechtlich ermöglicht, einen deutlich stärkeren Praxisbezug im Lehramtsstudium anzubieten. So wird frühzeitig eigenverantwortlicher Unterricht im außerschulischen Lernort MIND-Center erlernt und den Studierenden schon während der ersten Semester die Eignung zum Lehrerberuf aufgezeigt. Auf universitärer Seite wird eine Integration derartiger Praktika im MIND-Center in die Lehrerausbildung für alle Schularten verpflichtend stattfinden. Auch didaktisch orientierte schriftliche Hausarbeiten im L3 zur Erarbeitung und Erprobung aktueller wissenschaftlicher Fragestellungen werden erprobt. Die Lehramtsstudierenden erlernen so konkret, wie sie die neuen W- und P-Seminare mit ihrer wissenschaftspropädeutischen bzw. praxisorientierten Zielsetzung umsetzen können.
Auf der schulischen Seite soll eine feste Verankerung erreicht werden, indem eine Integration der Projekte in die Lehrpläne erfolgen wird. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Zusammenarbeit mit Lehrkräften, die wissenschaftspropädeutische Seminare (W-Seminar) und Projekt-Seminare zur Studien- und Berufsorientierung (P-Seminar) im neuen G8 betreuen. In gemeinsamen Projekten (eintägig, mehrtägig, aber auch über ein ganzes Semester oder die ganze Seminardauer) werden Schüler und Schülerinnen mit den Lehramtsstudierenden als Vermittler an wissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten.
Die Einführung der reformierten gymnasialen Oberstufe und die Bachelor-Umstellung im Lehramt wurde also als Chance zur zwingend nötigen Reform in der Lehrerausbildung genutzt und die Möglichkeiten der neuen Lehramtsprüfungsordnung I (LPO I) in Bayern voll ausgeschöpft.


Schülerinnen und Schüler mit Modellen bei den Mathetagen und in der Chemie