Einführung/Einweisung der Schüler in den Kurstag „Was ist drin in Currywurst und Co.?“ durch Studierende des Lehramts an Gymnasien

Gefördert durch die Robert-Bosch-Stiftung fand im Rahmen des Projektes „Bio-Logisch“ seit 2005 eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Forschern des Biozentrums der Universität zu verschiedensten Themenfeldern aus der aktuellen Forschung statt (s. Anhang 2). Durch v.a. Lehrerfortbildungen und Schülerpraktika wurden inzwischen Kooperationen mit über 30 Gymnasien im Fachbereich Biologie etabliert.
Diese Kooperationen konnten in den beiden zurückliegenden Semestern (Sommersemester 2009 und Wintersemester 2009/2010) durch die Gründung des MIND-Centers und der damit verbundenen festen Einführung des Lehr-Lern-Labors intensiviert und verstetigt werden. Aufbauend auf neuesten Forschungstrends wurden in Kooperation mit Fachwissenschaftlern und Lehramtsstudierenden der Biologie bereits mehrere innovative Module für das Lehr-Lern-Labor geschaffen. Das Lösen von kontextbezogenen, problemorientierten Fragestellungen durch eigenständiges Experimentieren steht dabei im Vordergrund. Dabei handelt es sich um eintägige Veranstaltungen, die unterstützend zum Lehrangebot an den Schulen, SchülerInnen Einblick in neueste biologische Arbeitsmethoden und -techniken liefern. Dieser Lehrauftrag kann in den meisten Fällen sowohl aus organisatorischen als auch finanziellen Gründen nicht von den Schulen selbst geleistet werden. Hier übernimmt die Universität Würzburg einen essenziellen Part in der Verwirklichung des bayerischen Lehrplans. Der Schwerpunkt lag in den vergangenen beiden Semestern auf der Konzipierung von Modulen zu molekularbiologischen und verhaltensbiologischen Themen, die im Lehrplan der gymnasialen Oberstufe verankert sind. Einige der angebotenen Module wurden von Studierenden selbst innerhalb ihrer Zulassungsarbeiten konzipiert. Diese Module beschäftigten sich u.a. mit verhaltensbiologischen Themengebieten, wie der Konditionierung von Taufliegenlarven und dem Foragierverhalten von Blattschneiderameisen. Diese Themenkomplexe, die eher der „klassischen“ Biologie zuzuordnen sind, wurden durch den Einsatz von neuesten Mess- und Auswerteverfahren und die rege Unterstützung von Fachwissenschaftlern dem aktuellen Forschungsstand auf diesen Gebieten entsprechend aufgearbeitet.


Schüler der gymnasialen Oberstufe beim Experimentieren in Kleingruppen im Lehr-Lern-Labor der Fachgruppe Didaktik Biologie betreut von Studierenden des Lehramts

Auf großes Interesse innerhalb der hiesigen Lehrerschaft stieß der Kurstag „Was ist drin in Currywurst und Co.?“. Dieser Kurstag bot den SchülerInnen einen Einblick in molekularbiologische Arbeitstechniken, wie Isolation, Vervielfältigung und Nachweis von tierartspezifischer DNA aus unterschiedlichen Lebensmittelproben. Aufbauend auf diesem Themengebiet mit dem Hintergrund einer didaktischen Fragestellung zum Einsatz schülerzentrierter Unterrichtsformen im Lehr-Lern-Labor wurde ein Seminar mit begleitenden Übungen konzipiert. Innerhalb des Seminars „Fachdidaktisches Entwickeln und Evaluieren“ werden die Lehramtsstudierenden mit aktuellen didaktischen Forschungsfragen konfrontiert und erhalten Einblick in die Planung, Durchführung und Evaluation einer fachdidaktischen Studie. Dieses Wissen wird gleichzeitig innerhalb der Übungen „Wissenschaftliches Arbeiten im Lehr-Lern-Labor“ aktiv angewendet, innerhalb derer die Lehramtsstudierenden eine solche Studie im Team planen, Fragebögen erstellen und schließlich Schulklassen im Lehr-Lern-Labor betreuen.

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